Altglienicke zwischen Flughafen Schönefeld und Adlershof (WISTA)

Geschichte

 


Altglienicke ist neben Bohnsdorf ältester Ortsteil des Berliner Stadtbezirks Treptow (jeweils 1375 erwähnt).

 


Dorf im Kreis Teltow des preuß. Reg.-Bez. Potsdam, südöstlich von Berlin, an der Linie Berlin - Görlitz (Station Adlershof - Glienicke) der Preuß. Staatsbahnen, mit Vorortverkehr nach Berlin (Görlitzer Bahnhof), hat (1895) einschließlich der 1893 einverleibten Gemeinde Neuglienicke 3273 Einwohner, Postagentur, Fernsprechverbindung und neue Kirche

Quelle: Brockhaus` Konservations - Lexikon, 14. Auflage, 1898

 


Ortsteil des Verw.-Bez. Treptow von Berlin (Ost), entstand 1893 aus Glienicke (gegr. im 15. Jh.) und der Kolonistensiedlung Neuglienicke (gegr. von Friedrich II.). Zu A. gehört auch die Arbeitersiedlung Falkenberg (1913 -15).

Quelle: Brockhaus Enzyklopädie, 1. Band, 19. völlig neu bearbeitete Auflage, Mannheim 1986

 


1945 kam Altglienicke mit Treptow zum sowjetischen Sektor . Im Südwesten des Ortsteils ist nördlich des Weidenwegs seit 1988 ein großes Neubaugebiet in Plattenbauweise entstanden. Nach der Vereinigung folgten weitere Neubaugebiete sowie viele Einfamilienhäuser.

Wer mehr über die interessante Geschichte Altglienickes erfahren möchte, dem sei das Buch “Geschichten vom Dorf Altglienicke” von Helga Hauthal empfohlen. (Das Titelbild ist auf der Startseite abgebildet.)

Auf 192 Seiten wird mit 350 bisher unveröffentlichten Fotos die Entwicklung vom märkischen Flecken zum Großstadtdorf verfolgt.

Zu beziehen ist dieses Buch in diversen Altglienicker Geschäften


Geschichte

Anhand der Funde von Herdstellen im Bereich der Ortslage Falkenberg sind in der Altglienicker Region erste menschliche Siedlungen aus der Bronzezeit ab 2000 v.Chr. belegt. Ab etwa 500 n.Chr. lösten slawische Wenden die hier siedelnden germanischen Semnonen ab. Im 12. Jahrhundert (zu Zeiten von Albrecht dem Bären) entstand neben der wendischen Siedlung ein askanisches Bauerndorf mit vermutlich aus der Altmark stammenden Kolonisten. Das Dorf Glinik wurde schließlich 1375 im Landbuch Karls IV. erstmals urkundlich erwähnt. 1523 kam Glienicke als Vorwerk zum Amt Cöpenick. 1628 musste Glienicke versteigert werden. Die Besitzer wechselten regelmäßig (Joachim von der Groeben, Kaspar von Klitzing, Adam von List, Graf von Lynar), bis das Dorf vom Kurprinzen Friedrich (der spätere Friedrich II.) aufgekauft und wieder in ein Vorwerk vom Amt Cöpenick verwandelt wurde. 1740 entstand unter Generalleutnant von Schlabrendorf der Gutshof Falkenberg.

Im Juli 1764 siedelten sich Kolonisten aus der Pfalz als Erbpächter an und erhielten als eigenständige Gemeinde Neu-Glienicke weitgehende Sonderrechte. Alt-Glienicke und Neu-Glienicke wurden zur Gemeinde Altglienicke per Verfügung vom 17. April 1893 vereinigt. 1894/1895 entstand an der Stelle des barocken Vorgängerbaus einer Dorfkirche die heutige evangelische Pfarrkirche im Stil der Neoromanik. Im Jahre 1905/1906 wurde der Bau des Altglienicker Wasserturms sowie das Wasserwerk vollendet. Zeitgleich kam es zur Fertigstellung des Teltowkanals. 1913 wurde die Gartenstadt Falkenberg nach Plänen des Architekten Bruno Taut erbaut.

1920 wurde Alt-Glienicke mit 5.028 Einwohnern nach Groß-Berlin in den neu geschaffenen Bezirk Treptow eingemeindet. Ab den 1930er-Jahren kam es zur Parzellierung und Besiedlung weiterer Bereiche des heutigen Siedlungsgebietes. Im Frühjahr 1951 wurde der Ortsteil mit dem Bau einer Bahntrasse (Berliner Außenring) quer durch das Siedlungsgebiet zerschnitten, viele Bewohner verloren dabei ihr Grundstück und Haus. Nach Errichtung größerer Neubausiedlungen ab 1987 betrug die Einwohnerzahl im Jahr 2005 etwa 26.000 Menschen.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Berlin-Altglienicke


 Zeittafel

  • 18000 v.u.Z.
    Ende der letzten Eiszeit, Herausbildung des Urstromtales mit der Begrenzung Teltow - Barnim (Müggelberge)
  • 3000-500 v.u.Z.
    Stein- und Bronzezeit, Existenz vorgeschichtlicher Siedlungen, Durchzug oder Niederlassen von Stämmen unbekannter Zuordnung
  • 2000 v.u.Z.
    Fund von Herdstellen im Bereich Germanen-, Preußen-, Alemannen-, Sachsenstraße (Scheer)
  • um 500 (spätestens 1239)
    Wenden lösen Germanen ab. Bestandteil des slawischen Burgbezirkes Coepenick
  • 12. Jahrhundert 
    z. Zt. Albrecht d. Bären Anlegung des askanischen Bauerndorfes mit Siedlern unbekannter Herkunft (vielleicht aus der Altmark) und plattdeutscher Mundart
  • 1375
    älteste und erhaltene Nennung des Dorfes Glinik im Landbuch Kaiser Karl IV. Lehnssitz zweier landgesessener Vasallen des askanischen Markgrafen von Brandenburg namens Musolf und Berkzow
  • 1523
    Glienicke gehört als Vorwerk zum Amt Coepenick. Georg Flans, Amthauptmann in Coepenick, kauft Teile von Glienicke, später erhält er das ganze Dorf als Lehen
  • 1628
    erste Versteigerung von Glienicke, Besitzer: Joachim von der Groeben, später Kaspar von Klitzing,  Adam von List, Graf von Lynar
  • 1677
    Kauf des Dorfes durch den Kurprinzen und Rückwandlung in ein Vorwerk des Amtes Coepenick
  • bis 1760
    verpachtete Domäne
  • 1689
    Johannes Weimann wird erster namentlich genannter Schulmeister in Glienicke
  • 1740
    Entstehung des Gutshofes Falkenberg (Generalleutnant von Schlabrendorf)
  • 1754
    Anpflanzung von 4000 Maulbeerbäumen auf dem Falkenberg (1844 fast alle niedergeschlagen, Schädlingsbefall?)
  • Juli 1764
    Ansiedlung von Kolonisten aus der Pfalz als Erbpächter - Neu-Glienicke
  • 13. 4. 1865
    erster Spatenstich bei Treptow für den Bahnbau Berlin-Görlitz
  • ab 13. 9. 1866
    beschränkter Personen- und Güterverkehr bis Cottbus
  • 13. 12. 1867
    regulärer Verkehr Berlin-Görlitz
  • 15. 10. 1885
    Eröffnung der Haltestelle Alt-Glienicke (Schließung erfolgt am 15. 7. 1894)
  • ab 1889
    Installation  der ersten Straßenbeleuchtung in Alt-Glienicke
  • 15. 7. 1893
    Vereinigung der Teilgemeinden Alt- und Neu-Glienicke
  • 10. 11. 1895
    Weihe der Pfarrkirche
  • 1900 - 1906
    Bau des Teltowkanals, etwa 1904 Bau der Kanalbrücke (Oppen-Brücke) in Altglienicke
  • 16. 11. 1902
    Gründung des Haus- und Grundbesitzervereins Falkenberg -Altglienicke, Vorsitz: Otto Rose (Rosestraße nach ihm benannt)
  • 1903
    Pflasterung der Straße am Falkenberg
  • 1905 - 1908
    Bau des Wasserwerkes
  • 1908
    Inbetriebnahme des Wasserturmes
  • 5. 6. 1909
    Eröffnung der Straßenbahnlinie Adlershof- Altglienicke-Kirche, Betreiber _Teltower Kreisbahnen_
  • 1910
    Das Kino _Corso_ wird eröffnet
  • 1913
    Gartenstadt-Siedlung und Akazienhof werden erbaut (Bruno Taut-Siedlung), _Preußensiedlung_ (Hermann Muthesius)
  • 1914
    Einweihung der Volksschule in der Köpenicker Straße (heute _Schule am Berg_)
  • 1. 10. 1920
    Eingemeindung Altglienickes in die Stadtgemeinde Berlin, Bezirk Treptow
  • 1. 12. 1922
    Straßenbahn - jetzt Berliner Straßenbahn - erhält die Liniennummer 84
  • 11. 12. 1928
    Verlängerung der Linie 84 bis Straße Am Falkenberg, Ecke Preußenstraße (Endstation)
  • 1927 - 1930
    Besiedelung und Parzellierung der Siedlung Spreetal (Irrgarten)
  • 1935
    Falkenberg erhält Kanalisation
  • 1935 - 1940
    Bau der Gagfah-Siedlung zwischen Salierstraße und Schönefelder Chaussee
  • 1937
    Fertigstellung der _Zwiebelturmkirche_ Rosestraße
  • 19. 4. 1945
    Zerstörung der Kanalbrücke, 1946 fährt die 84 wieder von Adlershof bis Kanalbrücke
  • 14. 10. 1950
    erste Bahn der Linie 84 fährt wieder über die instandgesetzte Kanalbrücke
  • Frühjahr 1951
    Bau des Berliner Außenringes, Elektrifizierung der Bahnstrecke Grünau-Königs-Wusterhausen
  • 13. 8. 1961
    Bau der Mauer, viele altglienicker Einwohner verlieren Grundstück und Haus
  • 26. 2. 1962
    Eröffnung des S-Bahnhofes Altglienicke an der strecke nach Flughafen Schönefeld
  • ab 1987
    Beginn des komplexen Wohnungsbaus im Süden Altglienickes an der Schönefelder Chaussee
  • 31. 1. 1991
    Gründung des altglienicker Bürgervereins e.V.
  • 31. 12. 1992
    Fahrt der letzten  “84”
  • ab 1993
    BVG-Busse mit unterschiedlichen Streckenführungen durchqueren Altglienicke